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Eine Eisläuferin fragte mich einmal, wie man Choreographin wird. Bevor ich antworten konnte, musste ich nachdenken, denn ich hatte das Gefühl, die Läuferin (eine Deutsche) würde nicht verstehen wie ich den Titel Choreographin tragen kann, ohne dies durch ein schriftliches Zertifikat belegen zu können. “Nun,” fing ich an, “schon immer war ich eine sehr artistische Eisläuferin. Wenn ich auf dem Eis war, bewegte ich mich nicht zur Musik, ich fühlte die Musik in meinen Bewegungen.”

“Wo liegt der Unterschied?” unterbrach mich das Mädchen. Ich wusste, das es wenig Sinn machte, meine Erklärung weiter auszuführen, denn wenn sie selbst nie diesen Unterschied ausgemacht hatte, würde sie sicherlich nie Choreographin werden. Daher hielt ich mich kurz und sagte einfach: "Ich habe eine Ausbildung an einer Choreographie-Schule abgeschlossen."
Jennifer Brett wurde am 1. Februar 1974 in Watford, England geboren. Im Alter von 3 Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Toronto, Kanada. Typisch vereiste kanadische Winter und ein Überfluß an Eislaufübertragungen im Fernsehen brachten Jenny zum Eiskunstlauf. Ihre ersten Schritte auf dem Eis unternahm sie mit geliehenen Schlittschuhen auf einem zugefrorenem See. “Ich liebte es von Anfang an,” erinnert sie sich, “denn ich habe nicht einmal bemerkt, das es draussen minus 15 Grad kalt war. Ich war tief konzentriert, mir beizubringen rückwärts zu laufen und eine Pirouette zu machen.” Es dauerte nicht lange bis die Siebenjährige zum Eislauftraining angemeldet war und schnelle Fortschritte machte.
Im Laufe ihrer Karriere erreichte Jenny Gold Auszeichnungen der CSFA (Canadian Figure Skating Association) in den Bereichen Figuren, Free Skate, Tanz und artistischer Eiskunftlauf und konkurrierte innerhalb Kanadas um die Junior-Meisterschaften. Stets wurde sie für ihre hervorragende Linie und Bewegung auf dem Eis bewundert, ihre Sprungkraft hielt sie jedoch vom Gewinn großer Titel ab.
Trainer Doug Haw nannte sie “Pavlova on Ice” und Eiskunstlauf-Legende Toller Cranston sagte ihr nach einem frustrierendem Versuch, einen Doppel-Axel hinzubekommen: “Mit einer schönen Linie wie Deiner, wen interessiert da schon, was vor der Landung kommt?”
Heute beruft sich Jenny auf Toller Cranston als einen wesentlichen Einfluss in ihrer frühen Entwicklung zur Choreographin. Während ihres Trainings im angesehenen Toronto Cricket Club teilte sie oft das Eis mit Cranston. “Ich wählte bewusst die späten Trainingseinheiten am Freitag und Samstag um 22.30 Uhr, denn da war das Eis praktisch leer - mit Ausnahme von Toller und mir,” erinnert sie sich. “Ich bin in diesen Trainingseinheiten beinahe nie gesprungen. Statt dessen habe ich meine eigenen Bewegungen einstudiert, verschiedene Musikstücke interpretiert und wurde dabei von Tollers Leidenschaft auf dem Eis inspiriert.”
Es war auch der Cricket Club, in dem die damals 19 jährige Jenny von der kanadischen Eistanz Meisterin Jaqueline Petr bewegt wurde, als Solokünstlerin in einer professionellen Eisshow in Canada's Wonderland aufzutreten. Einem Angebot folgte das nächste, so dass Jenny in verschiedenen Produktionen - wie Shows, TV-Specials und Werbung - reichlich Erfahrung sammeln konnte. Nach einem Auftritt in dem mit großem Beifall aufgenommenen TV-Special “The Planets”, bei dem auch die Eistanz-Weltmeister Isabelle & Paul Duchesney teilgenommen haben, wurde Jenny für die Duchesney Tour - eine französiche 6-monatige Produktion - ausgewählt. Obwohl sie für Herbst diesen Jahres an der Queen's University eingeschrieben war, wollte die Studentin mit ausgezeichneten Leistungen dennoch nicht die sich aufkommende Chance verstreichen lassen und ihr wurde ein Jahr Aufschub von der Universität gewährt. Während der Duchesney Tour lernte Jenny jedoch ihren zukünftigen Ehemann, den deutschen Eiskunstläufer Daniel Weiss kennen und ihre Pläne nach Kanada zurückzukehren änderten sich bald.
Nach vielen Jahren in Deutschland hat Jenny ein beeindruckendes Resumé als professionelle Choreographin angesammelt. In Ergänzung zur Erstellung von Konzepten und Choreographien für Events wie etwa Stars on Ice, ARD Gala, MEDIA MARKT Gala, NWZ on Ice, AUDI Quattro Präsentation, AUTOSTADT Die Schneekönigin und die Eröffnungszeremonie der Eiskunstlauf Weltmeisterschaften in Deutschland, erstellt sie auch Choreographien für talentierte junge Läufer, unter anderem für nationale Meisterschaften.
Neben der Choreographie machte Jenny an der Queen's University ihren Bachelor of Arts Abschluss mit Auszeichnung, war über sieben Jahre deutschsprachiger Autor des International Figure Skating Magazins und kommentierte für die ausstrahlenden Rundfunksender Welt- und Europameisterschaften im Eiskunstlauf. Als kreativer Part von Spotlight Productions zeichnet Jenny sich verantwortlich für Event-Ideen, Konzepte, Choreographie und die künstlerische Leitung. |
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